Pecém - Brasilien
Die Port of Rotterdam Authorityist seit Dezember 2018 Partner des stark wachsenden brasilianischen Hafenkomplexes Pecém, der Chancen für internationale Handelsströme und Investitionen aus Europa schafft. Aufgrund seiner strategischen Lage könnte Pecém zur logistischen und industriellen Drehscheibe im Nordosten von Brasilien werden.
Der Komplex Pecém umfasst eine Industriezone mit einigen der bedeutendsten Produktionseinheiten im Nordosten von Brasilien. Darüber hinaus verfügt der Hafen von Pecém über ein Offshore-Terminal von Weltrang, das im Jahr 2024 einen Umschlag von 20 Millionen Tonnen erreichen wird. Das entspricht einem Wachstum von 13 % gegenüber 2023. Der Hafenkomplex umfasst auch eine 6182 ha große Freie Wirtschaftszone, in der Steuervergünstigungen für Produktion und Handel gelten, sowie ein 19.000 ha großes Gebiet, das Raum für neue Investitionen und industrielle Entwicklung bietet.
Hafen von Pecém
Als wichtiger Teil des Komplexes wurde der Hafen von Pecém mit seiner natürlichen Tiefe als Offshore-Hafen entworfen. Er hat nicht nur die modernsten Sicherheitseinrichtungen für Häfen dieses Typs, sondern bietet auch den erforderlichen Platz für zukünftige langfristige Erweiterungen. Der Hafen nahm seinen Betrieb 2002 auf.
Nach der Fertigstellung einer 300 m langen Wellenbrecher-Erweiterung im Jahr 2022 wurden Projekte für eine weitere Verlängerung und für zusätzliche Kaikapazitäten gestartet. Seit 2019 wurde in vier zusätzliche Kräne für den Containerumschlag und drei STS-Kräne für das Verladen von Stahlplatten investiert.
Zu derzeitigen Infrastruktur gehören drei Kais: einer für trockenes Schüttgut, einer für flüssiges Schüttgut und einer, der als Terminal für verschiedene Verwendungszwecke (Terminal for Multiple Use TMUT) dient. In Kombination mit seinem hohen Wettbewerbspotential macht dies den Hafen von Pecém zu einem konsolidierten Hub und Fracht-Distributor für die wichtigsten internationalen Märkte.
2021 fertigte der Hafen von Pecém erstmals 22,4 Millionen Tonnen ab und wurde damit zum zweitgrößten Hafenterminal für die Frachtabfertigung im Nordosten Brasiliens. Aufgrund des Wachstums der nationalen und internationalen Wirtschaft und der damit zusammenhängenden Marktnachfrage geht man davon aus, dass der Hafen von Pecém seine Produktivität bis zum Jahr 2030 auf 45 Millionen Tonnen steigern wird.
Industriezone
Der Komplex Pecém erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 19.000 Hektar und bietet eine komplette Infrastruktur für die Ansiedlung neuer Unternehmen. Über 20 Unternehmen aus verschiedenen Segmenten sind gegenwärtig in dem Komplex tätig und schaffen Arbeitsplätze und Einkommen in der Region. Mit Brasiliens hervorragenden erneuerbaren Energieressourcen im Nordosten, Solar- und Windenergie, entwickelt sich Pecém zu einem Zentrum für grüne Energie, sowohl für die lokale nachhaltige Industrie als auch für den Export von grünem Wasserstoff.
Pecém liegt in der Nähe der Metropole Fortaleza im brasilianischen Bundesstaat Ceará. Die Region verfügt über gut ausgebildete Arbeitskräfte und ein ausgezeichnetes Bildungssystem. Die Verkehrsinfrastruktur ist sehr gut, mit Anbindung an das Straßen- und Schienennetz auf Landes- und Bundesebene, das mit einem der am schnellsten wachsenden Häfen Brasiliens verbunden ist.
Insgesamt werden über 50.000 Arbeitsplätze direkt und indirekt durch Unternehmen aus unterschiedlichen Sektoren, wie Bauwesen, Metallurgie, Logistik, Düngemittel, Futtermittel und (erneuerbare) Energie, geschaffen.
ZPE Ceará – Freihandelszone
ZPE Ceará ist seit 2013 in Betrieb und ein wichtiges Instrument zur Wachstumsförderung und Stärkung der Wirtschaft von Ceará und Brasilien. Es handelt sich um Brasiliens erste Freihandelszone. Die Freihandelszone befindet sich in strategisch günstiger Lage, nur sechs Kilometer vom Hafen von Pecém und weniger als 60 Kilometer von Fortaleza, der Hauptstadt des Bundesstaates Ceará, entfernt.
ZPE Ceará zeichnet sich vor allem durch Vielfalt aus. Die Grundstücke können in verschiedene Größen unterteilt werden, sodass nicht nur große Unternehmen, wie die, die mit grünen Wasserstoffprojekten verbunden sind, sondern auch kleine und mittlere Unternehmen dort angesiedelt werden können.
Seit ihrer Gründung hat die ZPE Ceará mehr als 65 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen und erstreckt sich über eine Fläche von 6182 ha, die seit 2019 größtenteils an Investoren aus dem Energiesektor vergeben wurde. Die Produktion soll 2028 aufgenommen werden. Derzeit gibt es drei Unternehmen in Sektor 1: Companhia Siderúrgica do Pecém (CSP), das erste integrierte Stahlwerk in Brasilien, White Martins und Phoenix. Sektor 2 ist für die Produktion von grünem Wasserstoff und die damit verbundene Industrie vorgesehen.