Die CO₂e-Emissionen im Hafengebiet Rotterdam stiegen 2025 aufgrund der erhöhten Stromerzeugung für Europa
Lesedauer: 3 Minuten
Die Treibhausgasemissionen der Unternehmen im Rotterdamer Hafen-Industriecluster sind im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 2,1 Mio. Tonnen (11 %) gestiegen. Das geht aus den Emissionsdaten der niederländischen Emissionsbehörde (NEa) hervor. Dies war vor allem auf den Anstieg der Stromerzeugung zurückzuführen. Die gestiegene Nachfrage nach Strom aus dem Ausland führte im Jahr 2025 zu einer höheren Produktion in den Rotterdamer Kohle- und Gaskraftwerken, die eine wichtige Rolle im europäischen Energiesystem spielen.
Die Treibhausgasemissionen der Unternehmen im Rotterdamer Hafen werden im Jahr 2025 21,2 Mio. Tonnen betragen. Aufgrund der höheren Produktion stießen die fünf Kraftwerke im Hafengebiet im Jahr 2025 insgesamt 1,6 Mt (33 %) mehr Treibhausgase aus als im Vorjahr. Auch die Produktion der vier Raffinerien stieg an, was zu einem Anstieg der Treibhausgasemissionen um 0,3 Mio. Tonnen (4 %) gegenüber dem Vorjahr führte. Der Anteil des Hafens an den nationalen Treibhausgasemissionen betrug im Jahr 2025 14,5 %.
Export niederländischen Stroms
In den gesamten Niederlanden erreichte die Stromerzeugung aus Gas, Kohle und Sonnenenergie einen Rekordwert, ebenso wie der Stromexport in europäische Länder. Im Ausland befanden sich Kraftwerke in Wartung, und es wurde weniger Strom aus Wasserkraft und Windkraft erzeugt. Die Exporte nach Deutschland stiegen um fast die Hälfte. Die Hauptgründe hierfür sind ein Rückgang der Windenergieerzeugung vor der deutschen Küste sowie geringere Erzeugungsmengen in der Schweiz und in Österreich aufgrund niedrigerer Wasserstände. Nach Belgien wurde fast ein Viertel mehr Strom exportiert. Ein wichtiger Grund dafür ist der Rückgang der Stromerzeugung in belgischen Kernkraftwerken.
Der Anstieg der niederländischen Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen wie Sonne und Wind um 6 % reichte nicht aus, um den europäischen Bedarf zu decken. Deshalb wurde in den gesamten Niederlanden mehr Strom aus Kohle (+25 %) und Erdgas (+11 %) erzeugt. Etwa ein Viertel davon stammte aus Rotterdam. Die Kohlekraftwerke im Rotterdamer Hafengebiet erzeugten im Jahr 2025 38 % mehr Strom als im Jahr 2024, die drei Gaskraftwerke erzeugten 25 % mehr. Dies führte zu einem ähnlichen Anstieg der CO₂-Emissionen im Vergleich zu 2024.
Gesamt-CO₂e-Emissionen im Jahr 2025: 21,2 Mio. Tonnen (gerundet). Emissionen anderer Treibhausgase (0,1 Mio. t).
Die Raffineriekapazität wurde erhöht und die Müllverbrennungsanlage in Betrieb genommen
Die Anlieferung und Verarbeitung von Rohöl im Hafen stieg 2025 aufgrund höherer Raffineriemargen in Nordwesteuropa an, was zu einem Anstieg der Emissionen um 0,3 Mt (4 %) bei den vier Raffinerien im Rotterdamer Hafengebiet führte. In den übrigen Sektoren des Hafens lagen die Emissionen im Jahr 2024 um 0,3 Mt (32 %) höher als im Jahr 2024. Ein wichtiger Grund dafür war die Wiederinbetriebnahme der Müllverbrennungsanlage, die nach einem Brand im Oktober 2023 ein Jahr lang stilllag und seit Oktober 2024 wieder in Betrieb ist.
Erneuerbare Energiequellen
Das europäische Energiesystem ist vernetzt, sodass die Länder die Produktionsspitzen und -tiefs der anderen Länder ausgleichen. Kohle- und Gaskraftwerke liefern regelbare Leistung und spielen damit eine wichtige Rolle beim Ausgleich der Stromversorgung. Wenn die Stromnachfrage das Angebot aus erneuerbaren Quellen übersteigt, wird diese Lücke häufig durch zusätzliche Stromerzeugung aus fossilen Kraftwerken geschlossen, was in der Regel mit höheren CO₂-Emissionen einhergeht. Dieser direkte Zusammenhang zwischen Produktion und CO₂-Emissionen ändert sich, wenn Strom aus erneuerbaren Kraftstoffen wie Biogas oder Biomasse in Verbindung mit CO₂-Abscheidung und -Speicherung erzeugt wird.
Wie die Port of Rotterdam Authority gemeinsam mit Unternehmen an der Reduzierung der CO₂-Emissionen im Hafen arbeitet und welche Schritte dafür erforderlich sind, ist im Klimatransitionsplan nachzulesen.