Rotterdam erreicht Meilenstein in der autonomen Schifffahrt: Binnenschiff fährt selbstständig zwischen Terminals

11 Juni 2026
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Lesedauer: 3 Minuten

Diese Woche bildete der Rotterdamer Hafen den Rahmen für einen bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung des autonomen Fahrbetriebs. Im Rahmen einer Vorführung zeigten die Port of Rotterdam Authority und Partner des europäischen MAGPIE-Projekts, wie ein Binnenschiff in einem stark frequentierten Hafen völlig autonom von einem Terminal zum anderen fahren kann. Das Schiff navigierte sicher durch den regulären Schiffsverkehr.

Die MS Letitia (HTS Group) lief von Amaliahaven auf der Maasvlakte über Europoort und den Nieuwe Waterweg zum Waalhaven in Rotterdam aus. Das konventionell angetriebene Binnencontainerschiff MS Letitia wurde während der Vorführung autonom betrieben. Das Schiff war in der Lage, Manöver wie das Ablegen, die Fahrt durch den Hafen und den Fluss sowie das Anlegen selbstständig durchzuführen. Gleichzeitig überwachte das System kontinuierlich seine Umgebung, erkannte andere Schiffe und wich ihnen bei Bedarf unter Berücksichtigung der Umgebungsbedingungen sicher aus. Der Kapitän trägt letztendlich die Verantwortung und kann jederzeit eingreifen, während das System ihn bei der Navigation und Entscheidungsfindung unterstützt.

Warum Forschung zum autonomen Fahren notwendig ist

Oscar van Veen, Leiter der Abteilung für Innovation bei der Port of Rotterdam Authority: „Autonomes Fahren ermöglicht neue Logistikkonzepte, die die Flexibilität, Effizienz und Zuverlässigkeit der Binnenschifffahrt verbessern, die für den Rotterdamer Hafen eine wichtige Transportmodalität im Hinterland ist.“ Container, trockenes Massengut und Flüssiges Massengut, die auf Binnenwasserstraßen transportiert werden, entlasten das Straßennetz und werden energieeffizienter befördert als auf der Straße. Angesichts des steigenden Warenströme ist es unerlässlich, dass die Binnenschifffahrt ihren Anteil am Güterverkehr behauptet und ausbaut. „Autonomes Fahren könnte dabei eine Rolle spielen.“

Die Zukunft intelligenter Häfen

Europa steht vor großen Herausforderungen in Bezug auf die Energiewende, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, Klimaziele und strategische Widerstandsfähigkeit. Häfen spielen eine immer wichtigere Rolle als Orte, an denen Innovationen entwickelt und in die Praxis umgesetzt werden. Das MAGPIE-Projekt wurde ins Leben gerufen, um diese Entwicklung voranzutreiben.

Die autonome Schifffahrt ist eines der zehn Demonstrationsprojekte im Rahmen von MAGPIE. Diese Demonstrationsprojekte aus den Bereichen Seeverkehr, Binnenschifffahrt, Schienen- und Straßenverkehr liefern praktische Erkenntnisse, die Häfen sofort umsetzen können, um den Übergang zu einem umweltfreundlicheren Betrieb zu unterstützen.

Innovation in die Praxis umsetzen

Die Projektpartner Alphatron Marine, Argonics und Argonav werden Elemente dieser Demonstration in ihre Assistenzsysteme für Binnenschiffe integrieren. argoPositionPilot ist nun für Schiffe mit feststehendem Propeller und Ruder verfügbar, während argoRadarPilot Kursabsichten anzeigen kann und über eine Kollisionserkennung verfügt.

Über MAGPIE

MAGPIE (sMArt Green Ports as Integrated Efficient multimodal hubs) ist ein europäisches Innovationsprojekt, das darauf abzielt, den Übergang zu klimaneutralen Häfen zu beschleunigen. Das vom Rotterdamer Hafen koordinierte und von der Europäischen Union kofinanzierte Projekt MAGPIE bringt 45 Partner zusammen, um Innovationen in den Bereichen saubere Energie, Digitalisierung und nachhaltige Logistik zu entwickeln, zu testen und in großem Maßstab umzusetzen.

Dieses Projekt wurde im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizont 2020“ der Europäischen Union (MFR 2014–2020) unter der Fördervereinbarung Nr. 101036594 finanziell unterstützt.