Einzigartige digitale Verbindung liefert eine digitale Seekarte mit präzisen Terminal- und Liegeplatzinformationen
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Die Port of Rotterdam Authority arbeitet ständig an der Optimierung der Hafenanläufe („Port Calls“), um die Schiffsbesuche so sicher und effizient wie möglich zu gestalten. Vom Auslaufen aus dem vorherigen Hafen bis zum Verlassen des Rotterdamer Hafens. Ein wichtiger Schritt in diesem Prozess ist die genaue Positionierung von Terminals und Liegeplätzen. Dank der Zusammenarbeit zwischen der Port of Rotterdam Authority und dem Hydrographischen Dienst der Königlichen Niederländischen Marine sind die Standortdaten dieser Infrastruktur nun viel genauer und für alle Beteiligten der maritimen Kette zugänglich. Verschiedene Hafenbenutzer werden davon profitieren, sowohl in der Vertrags- als auch in der operationellen Phase.
Zuvor basierten die Standortdaten auf den Namen von Terminals und Liegeplätzen. Bei Änderungen der Eigentumsverhältnisse änderte sich häufig auch der jeweilige Name, was zu Verwechslungen führen konnte. Aus diesem Grund wurden den Hafeninfrastrukturen jetzt weltweit eindeutige „Global Location Numbers“ (GLNs) zugewiesen. Diese GLNs werden bereits im Logistiksektor verwendet und wurden nun in das Hafenmeisterverwaltungsinformationssystem (HaMIS) und das Port Community System (PCS) Portbase – die Kernsysteme des Rotterdamer Hafens – integriert. Da der Hafenmeister diese Daten täglich in seinen Meldungen verwendet, sind sie äußerst zuverlässig. Zweimal täglich erfolgen Aktualisierungen, bei denen Änderungen an den Datensätzen übermittelt werden.
Hydrographischer Dienst
Die Kapitäne von Seeschiffen benötigen detaillierte Informationen, um ihre Fahrten zu planen und gemäß der IMO-Entschließung A.893(21) sicher zu navigieren. Diese Daten sind in ihrem modernen Navigationssystem ECDIS (Electronic Chart Display and Information System) verfügbar. ECDIS verwendet amtliche Elektronische Navigationskarten (ENCs). Der Hydrographische Dienst veröffentlicht diese ENCs und andere nautische Produkte. Jedes Land hat seinen eigenen Hydrographischen Dienst, der als einziger berechtigt ist, ENCs zu veröffentlichen. Die Hafenbehörden haben hierfür keine Genehmigung. Um einen sicheren Schiffsverkehr zu gewährleisten, müssen Terminals und Liegeplätze in den ENCs genau aufgeführt werden. Die hydrographischen Dienste sammeln diese Daten von den Häfen in ihrem Land. Wenn die Genauigkeit dieser Daten nicht garantiert werden kann, werden sie in der Regel nicht in ENCs aufgenommen. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Standortdaten von den Hafenbehörden und Hydrographischen Diensten korrekt und in standardisierter Form ausgetauscht werden. Die Port of Rotterdam Authority hat dies als erstes Hafenunternehmen der Welt umgesetzt.
Single Point of Truth (eine zentrale Datenquelle)
Befrachter benötigen präzise Standortdaten, um die Klauseln für sichere Häfen und Liegeplätze einzuhalten. Die Schiffe, die diese Daten nutzen, müssen dem Liegeplatz entsprechen, und das Sammeln von Standortdaten aus verschiedenen Datenbanken ist zeitaufwändig. Jetzt gibt es einen „Single Point of Truth“: eine einzige Plattform mit validierten Standortdaten. Über eine Anwendungsprogrammierschnittstelle (API) können Befrachter ihre Systeme mit Portbase verbinden und haben sofortigen Zugriff auf die korrekten Daten. Dank der nahezu in Echtzeit erfolgenden Aktualisierung können Schiffe und Liegeplätze automatisch zugeordnet werden.
Neben Kapitänen und Befrachtern profitieren auch nautische Dienstleister wie Lotsen und Ruderer von der Standardisierung. Lotsen verwenden die gleichen Daten auf der Seekarte wie Kapitäne. Durch die Standardisierung der Standortdaten bleibt kein Raum mehr für unterschiedliche Interpretationen. Anhand der genauen Positionsdaten können die Ruderer die Konfiguration der Festmacherleinen im Voraus festlegen.
Weitere Schritte
Neben den Standortdaten möchte die Port of Rotterdam Authority auch die Wassertiefen und Restriktionen der Terminals und Liegeplätzen einheitlich kartieren. Mit diesen drei Datensätzen kann in 99 % der Fälle beurteilt werden, ob ein Schiff für einen Liegeplatz im Hafen von Rotterdam geeignet ist. Die Port of Rotterdam Authority fordert andere Hafenunternehmen auf, ihre Standortdaten auf dieselbe standardisierte Weise mit ihren nationalen Hydrographischen Diensten auszutauschen. Die Lösung ist leicht skalierbar und weltweit einsetzbar.