Niederländisches Verteidigungsministerium will Maasvlakte 2 nutzen
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Maasvlakte 2 ist einer von Dutzenden Standorten in den Niederlanden, die das Verteidigungsministerium nutzen möchte. Dies geht aus dem Entwurf des Nationalen Programms ‚Raum für Verteidigung‘ hervor, den das Kabinett am 23. Mai verabschiedet hat. Das Verteidigungsministerium zeigt besonderes Interesse an der Terminalkapazität für militärische Schiffsfracht und an einem Übungsstandort für amphibische Operationen.
Die weltweite Sicherheitslage hat sich in letzter Zeit verschlechtert. Die Niederlande bauen ihre Verteidigung weiter aus – eine Entwicklung, die sich in den kommenden Jahren in vielen Teilen des Landes bemerkbar machen wird, da die Streitkräfte wachsen und mehr Raum benötigen. Das Verteidigungsministerium ist im Rotterdamer Hafen auf Terminalkapazitäten angewiesen, die eine gleichzeitige Abfertigung mehrerer Schiffe mit militärischer Ausrüstung und Munition ermöglichen. Innerhalb der NATO wurde vereinbart, dass unter anderem diese Art von Fracht über die Niederlande ein- und ausgeführt werden kann – auch dann, wenn das eigentliche Ziel außerhalb des Landes liegt. Voraussichtlich werden vier- bis fünfmal im Jahr ein oder mehrere Schiffe zu diesem Zweck für mehrere Wochen am Kai liegen. Das Ministerium nutzt bereits Terminalkapazitäten in Vlissingen und Eemshaven, doch nur in Maasvlakte 2 ist – unter Berücksichtigung der Risiken – der Umschlag von Munition in Containern zulässig. Es wird keine Munition gelagert. Das Verteidigungsministerium möchte die Zusicherung, dass Umschlagskapazitäten zur Verfügung stehen – der genaue Standort kann sich jedoch im Laufe der Jahre ändern.
Das Verteidigungsministerium möchte auch amphibische Übungen auf der Maasvlakte 2 durchführen können. Dabei geht es in erster Linie um das Training der Anlandung von Truppen und Material. Derzeit findet das auf der Insel Texel statt, doch der Standort ist in seinen Möglichkeiten begrenzt. Auf einem Teil der Maasvlakte 2 sollen voraussichtlich mehrfach im Jahr militärische Übungen durchgeführt werden.
Die Port of Rotterdam Authority erkennt die Bedeutung einer Stärkung der Verteidigung, versteht die Überlegungen des Kabinetts und ist bereit, an der Ausarbeitung der Pläne mitzuwirken. Letzteres geschieht in Absprache mit der Port of Rotterdam Authority, den betreffenden Unternehmen und anderen Beteiligten in der Region. Das Verfahren sieht vor, dass das Kabinett im nächsten Schritt einen Entscheidungsentwurf vorlegt. Öffentliche Kommentare und Stellungnahmen können in den kommenden Monaten eingereicht werden. Zeitgleich treibt das Verteidigungsministerium die Ausarbeitung der Pläne voran. Die endgültige Entscheidung des Kabinetts ist für Dezember vorgesehen.