Port of Rotterdam Authority startet Pilotprojekt mit elektrischem Tragflügelboot

28 Mai 2025
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Lesedauer: 3 Minuten

Seit kurzem ist im Rotterdamer Hafen ein außergewöhnliches neues Schiff zu sehen: das vollelektrische Tragflügel-Patrouillenboot der Port of Rotterdam Authority. Das Schiff ist Teil eines Pilotprojekts zur Flottenerneuerung für die Schiffe der Port of Rotterdam Authority. 

Das neue Tragflügel-Patrouillenboot EF-12 Workboat von Artemis Technologies mag zwar futuristisch aussehen, aber seit dieser Woche kann man es ganz normal auf den Gewässern der Nieuwe Maas beobachten. Das Schiff wird den Namen RPA ZERO tragen, der sich auf die Nullemissionen des Schiffes bezieht. Bei höheren Geschwindigkeiten wird der Rumpf eines Tragflügelboots oder Hydrofoils aus dem Wasser „gehoben“, was den Luftwiderstand und die Wellenbewegung verringert und die Energieeffizienz erhöht.

Erneuerung der Flotte

In den nächsten 12 Jahren werden die Schiffe der Port of Rotterdam Authority das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreichen. Die Port of Rotterdam Authority nutzt diese Gelegenheit, um die gesamte Flotte zu erneuern, sie nachhaltiger zu gestalten und die Wartungsprozesse zu standardisieren und zu vereinfachen. Mit diesem Pilotprojekt soll geprüft werden, ob ein Tragflügelboot für die Aufgaben der Abteilung Hafenmeister geeignet ist.

Die Leitung der Port of Rotterdam Authority hat sich zum Ziel gesetzt, die neue Flotte so emissionsfrei wie möglich zu betreiben, um so zu einem nachhaltigen Hafen beizutragen. Am wichtigsten ist, dass die neuen Schiffe zweckmäßig sind: Sie müssen sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag einsatzbereit sein, um einen sauberen, sicheren und effizienten Hafen zu gewährleisten.

Schnelle Reaktion entscheidend 

Herman Verweij, Leiter der Abteilung Schiffs- und Umweltsicherheit bei der Abteilung Hafenmeister, erklärt: „Wir wollen der intelligenteste Hafen sein und zunehmend moderne Hilfsmittel bei unseren Kontroll- und Überwachungsaufgaben einsetzen. Wir wollen auch der nachhaltigste Hafen sein, aber bei Zwischenfällen müssen wir schnell auf dem Wasser reagieren können.“

Mit diesem vollelektrischen Schiff von Artemis Technologies will die Port of Rotterdam Authority die möglichen Vorteile testen. Verweij: „Denken Sie dabei an den minimalen Wellengang und die außergewöhnliche Stabilität, selbst bei unruhigem Gewässer. Aus diesem Grund sind wir sehr daran interessiert zu untersuchen, ob und wie elektrische Tragflügelboote unsere Einsatzmittel ergänzen können.“

Bewertung von Chancen und Risiken 

Das Pilotprojekt läuft bis November 2025. In den kommenden Monaten werden Tests zu den Einsatzmöglichkeiten, Chancen und Risiken von Tragflügelbooten in der Flotte folgen. Dabei untersucht das Team des Flottenerneuerungs- und Nachhaltigkeitsprogramms gemeinsam mit der Besatzung und den Vermögensverwaltern unter anderem das Fahrverhalten, die Zuverlässigkeit der Schiffe, die Vor- und Nachteile des elektrischen Betriebes und Aufladens sowie die Anwendbarkeit im Rahmen der Aufgaben der Abteilung Hafenmeister.

Zusammenarbeit mit Artemis Technologies

Für das Pilotprojekt mietet die Port of Rotterdam Authority ein Schiff von Artemis Technologies. Das nordirische Unternehmen hofft, mit dieser Zusammenarbeit die Zuverlässigkeit und Anpassungsfähigkeit seiner Tragflügelboote unter Beweis stellen zu können, so der CEO von Artemis Technologies, Dr. Iain Percy OBE: „Die Zusammenarbeit mit der Port of Rotterdam Authority ist eine Gelegenheit zu zeigen, wie unser Arbeitsboot Artemis EF-12 dazu beitragen kann, den nautischen Betrieb nachhaltiger zu gestalten. Wir freuen uns darauf, den Rotterdamer Hafen bei seinen Bemühungen zur Erreichung seiner Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen und dabei die höchsten Sicherheits- und Effizienznormen einzuhalten.“

Bei höheren Geschwindigkeiten wird der Rumpf eines Tragflügelboots aus dem Wasser „gehoben“, was den Widerstand und Wellenschlag verringert. Foto: IJsbreker TV
Bei höheren Geschwindigkeiten wird der Rumpf eines Tragflügelboots aus dem Wasser „gehoben“, was den Widerstand und Wellenschlag verringert. Foto: IJsbreker TV

Über die Abteilung Hafenmeister

Jedes Jahr laufen 28.000 Seeschiffe und 91.000 Binnenschiffe den Rotterdamer Hafen an. Die Abteilung Hafenmeister sorgt dabei für einen sicheren, reibungslosen, nachhaltigen und geschützten Ablauf des Schiffsverkehrs im Rotterdamer Hafen. Aufgrund ihrer öffentlichen Aufgabe nimmt die Abteilung Hafenmeister eine Sonderstellung innerhalb der Port of Rotterdam Authority ein. (Staats-)Hafenmeister René de Vries leitet die Abteilung.